Migration & Integration

Ansichten

Mädchen mit Migrationshintergrund (Foto: Röhr:Wenzel)
Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte stellen einen großen Anteil der jungen Generation in Deutschland. Ein Viertel aller Einwohner, die jünger als 26 Jahre sind, haben eine Migrationsgeschichte. Bei Kindern unter sechs Jahre trifft dies auf ein Drittel zu.

Deutschland ist ein Einwanderungsland, das wird daran deutlich. Nur wenn alle jungen Menschen, ob mit oder ohne Migrationsgeschichte, selbstbestimmt und chancengerecht als Mitglieder unserer Gesellschaft aufwachsen können, ist ein Zusammenhalt der Gesellschaft möglich. Deswegen ist die Integration ein wichtiger Faktor für die deutsche Gesellschaft.

Kinder und Jugendliche mit Migrationgeschichte brauchen die gleichen Chancen und Freiräume wie alle Kinder und Jugendliche in Deutschland. Viele leben schon lange in Deutschland oder sind hier geboren. Sie sehen hier ihre Zukunft und wollen mitgestalten, mitreden und mitentscheiden. Dazu brauchen sie Freiräume, Rechte und Unterstützung.

Es ist wichtig, die Migrationsgeschichte der jungen Menschen nicht als Stigma zu begreifen, sondern als Chance. Diese jungen Menschen müssen von der Gesellschaft mit ihren Anliegen und Bedürfnissen, aber auch mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen ernst genommen und nicht als Problemgruppe abgestempelt werden. Das bedeutet auch, sich für notwendige Freiräume und gegen integrationshemmende Regulierungen einzusetzen.

Junge Menschen mit Migrationsgeschichte müssen die Möglichkeit haben, sich in eigenen Jugendverbänden zu organisieren und in bestehenden Verbänden aktiv mitzuwirken. So können sie einen wichtigen Teil zu der pluralen Zivilgesellschaft Deutschlands beitragen.
 

Forderungen

  • Die Einbürgerung und das Erlangen einer unbefristeten Aufhaltserlaubnis junger Ausländer/innen muss erleichtert werden. Beides darf nicht an hohen Hürden, beispielsweise der eigenen Sicherung des Lebensunterhalts, scheitern. Kindern und Jugendlichen muss so eine echte Lebensperspektive in Deutschland geboten werden.
  • Individuelle Maßnahmen für eine gelingende Integration, etwa in Kursen, müssen mit positiven Anreizen und nicht mit Strafmaßnahmen verbunden werden.
  • Die Förderung und Unterstützung von jungen Migranten/innen muss motivierend, wertschätzend und freiwillig sowie keinesfalls als Zwangsmaßnahme erfolgen. Nur so ist sie erfolgversprechend.
  • Kindern muss auch dann eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt werden, wenn nur ein Elternteil eine Aufenthaltsgenehmigung besitzt.
  • Die UN-Kinderechtskonvention und die Schutzmaßnahmen nach dem Haager Minderjährigenschutzabkommen müssen vollständig in geltendes Recht umgesetzt werden.
  • Selbstorganisationen junger Menschen mit Migrationshintergrund müssen durch zusätzliche Ressourcen unbürokratisch unterstützt und beraten werden, um jugendpolitisch handlungsfähige Strukturen aufzubauen.
  • Den Jugendverbänden und -ringen muss mit zusätzlichen Ressourcen ermöglicht werden, ihr Engagement zur Ansprache und Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund weiter auszubauen.

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