Frieden und Gerechtigkeit

 

Ansichten

Krisen und Kriege sind täglich Thema in den Nachrichten, sie dringen unmittelbar in die Lebenswelt junger Menschen ein. Durch den Einsatz deutscher Soldaten in Krisen- und Kriegsregionen rücken die Konflikte besonders nah. Die Berichte über Angriffe, Anschläge und Opfer schüren Ängste. Sie führen aber auch zu moralischen und ethischen Konflikten bei der Bewertung: Ist der Einsatz nun humanitär oder militärisch? Junge Menschen macht das sprach- und ratlos.

Für die Ursachen der Konflikte besitzen Kinder und Jugendliche ein ausgeprägtes Empfinden. Sie wissen um weltweite ökonomische und soziale Ungerechtigkeit oder Kämpfe um Ressourcen. Sie wollen mit ihrem Engagement diese Missstände und Probleme beheben. Sie hegen den Wunsch nach gleichberechtigter demokratischer Beteiligung, weltweit sozialer Gerechtigkeit und gleichen Chancen für alle Menschen.

Gerechtigkeit und Freiheit haben für Kinder und Jugendliche einen besonderen Wert – nicht nur für ihr eigenes Leben. Jeder Mensch muss aus ihrer Sicht Zugang zu allen natürlichen Ressourcen – beispielsweise Energie und Trinkwasser – haben. Junge Menschen sind gegen die Ausbeutung dieser Ressourcen unter rein wirtschaftlichen Aspekten, erst recht unter Missachtung der Ökologie. Gerechtigkeit und Freiheit dienen als Grundlagen für dauerhaften Frieden.

Gewaltsame Lösungen für einen Konflikt lehnen junge Menschen deswegen ab. Sie ärgert, dass der Einsatz militärischer Mittel häufig als das Mittel der Wahl in Betracht gezogen wurde und wird. Für Kinder und Jugendliche sind Frieden und Gerechtigkeit oberstes Ziel der Politik.
 

Forderungen

  • Alle politischen und zivilgesellschaftlichen Instrumente müssen in der Lösung von Konflikten den Vorrang vor militärischen Mitteln erhalten. Deswegen muss abgerüstet, müssen Waffen kontrolliert zerstört werden.
  • Die Vereinten Nationen müssen gestärkt werden. Die UNO ist als handlungsfähige, supranationale Struktur das Korrektiv der Einzelinteressen der Staaten. Deswegen muss internationales Recht wirkungsvoller durchgesetzt werden. Es bedarf einer internationalen Gerichtsbarkeit und eines entsprechenden Gewaltmonopols. Sinnvoll ist der Ausbau internationaler Zusammenarbeit in Organisationen wie der OSZE oder der EU; sie schaffen gemeinsame Sicherungssysteme und -strategien.
  • Zivilgesellschaftliche Elemente in den Staaten stärken die Demokratisierung einer Gesellschaft. Sie sind deswegen unbedingt zu fördern.
  • Die Ausgaben für Entwicklungshilfe müssen aufgestockt werden. Der Aufbau weltweiter ökonomisch und sozial gerechter Wirtschaftsstrukturen ist notwendig – schon deswegen muss die Regierung ausreichend Mittel in die Entwicklungshilfe einfließen lassen.
  • Die Abschaffung der Wehrpflicht ist überfällig. Der Zivildienst muss mit der Wehrpflicht ebenfalls verschwinden, weil er lediglich als Wehrersatzdienst seine Berechtigung hat. Ein allgemeiner Pflichtdienstes soll ebenfalls nicht eingeführt werden.
  • Die Bundeswehr muss in eine Freiwilligenarmee (mit Zeit- und Berufssoldaten) umgewandelt werden. Zugleich sind bessere Kontrollinstrumente im Bundestag einzuführen.

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